Parklife

June 10th, 2006

Parklife is a project with small robotic vehicles with soundchips and solar panels.
The working environment of the vehicles are urban parks. Parklife is an ephemeral urban intervention aiming to usurp urban space artistically. Twenty vehicles created from simplest and most affordable technical equipment will be let free into the wild. They move about while reciting short poems. The swarm moves awkwardly while emitting sound into the public space.

parklife vehicle

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Horde - Beschreibung

April 30th, 2006

Horde ist eine Installation, die ebensosehr glanzvolles skulpturales Objekt wie technisches Netzwerk ist. Etwa einhundert knapp handtellergroße Apparaturen bewegen sich vibrierend auf einer weiß schimmernden Plattform und senden ein vielstimmiges Konzert sprachlicher Botschaften in den Raum. Was anfangs als Stimmgewirr erscheint, erweist sich bald als Chor enzyklopädischer Fragmente, die verschiedenen Fachtexten zu den Themen Information, Desinformation und Informationsgewinnung entnommen sind.

Jeron entwickelt im Kunstverein ein symbolisches Welttheater der Informationsüberflutung, in dem die technischen Werkzeuge die Bühne beherrschen. Die Wissensgesellschaft ist hier ein Insektenstaat vernetzter Akteure; ein absurder Chor, der den Überfl uss besingt. Was der Künstler hier als Bild verdichtet, ist für Dominik Kuropka, Jerons wissenschaftlichen Partner, Anlass für die Suche nach Lösungsansätzen. Der Wirtschaftsinformatiker, der über Informationsgewinnung und -filterung forscht, überträgt im Luisenforum an der Brandenburger Straße sein angestammtes Instrumentarium auf Jerons verführerische Informationskomödie. Unter Kuropkas Händen entsteht parallel zum Kunstwerk eine alternative Installation. In ihr werden die Wände des Ausstellungsraums zu den Achsen eines Koordinatensystems, in dem sich Jerons Texte rational beurteilen und anordnen lassen. Das künstlerische Rohmaterial erscheint nun nach einheitlichen Kriterien gewichtet als Schar von Dokumenten im Ausstellungsraum. Kuropka destilliert eben jenen Gehalt aus der Kunst, der sich informatisch erfassen lässt und führt dem Publikum ein Exempel wissenschaftlicher Anschaulichkeit und Lösungsorientiertheit vor Augen. Die Ausstellungsbesucher erhalten während der Art + Science -Reihe so die Möglichkeit, abwechselnd die künstlerische und die wissenschaftliche Perspektive einzunehmen und so nicht nur zu erfahren, wie Kunst und Wissenschaft in einen Dialog eintreten können, sondern die Kunst mit Hilfe der Wissenschaft und die Wissenschaft mit Hilfe der Kunst zu entschlüsseln. Statt künstlerischer Science Fiction entsteht so eine Konkurrenz der Perspektiven, anhand derer sich die Frage untersuchen lässt, wie Kunst sich der komplexen und hochspezialisierten Wissenschaft annähern und wie Wissenschaft von den radikal-eigensinnigen künstlerischen Denkweisen profi tieren kann: Zunächst durch den Vergleich der jeweiligen Eigenheiten beider Disziplinen.

Künstler und Wissenschaftler interpretieren ihre Kollaboration als Konkurrenz der Weltbilder. Wo der Wissenschaftler mit seiner angestammten Technologie und selbst entwickelten Software-Tools die Informationen zu ordnen versucht, verschärft der Künstler das Chaos. Karl Heinz Jerons Sound-Vehikel tragen zum Rauschen der Information bei, statt es zu mildern. Sie verdichten den Informationsüberfluss, den Dominik Kuropka in seiner Arbeit täglich bekämpft, zum fassbaren räumlichen Bild. Was also geschieht? Demystifi ziert der Forscher den Künstler, indem er dessen Arbeit für eine rationale Parallellektüre aufbereitet? Oder zeigt die Kunst, dass Wissenschaft vieles kann, es aber nicht vermag, eine bildhafte Interpretation des Ganzen abzugeben? Kann die Wissenschaft das Problem lösen, während wir aber ohne Kunst das Problem gar nicht erkennen?

Die Vehikel bewegen sich in Familiengruppen nach einem für die Betrachter nicht nachvollziehbaren, spontan erscheinenden Rhythmus. Der Klang bildet eine an- und abschwellende von unten nach oben aufsteigende Kakophonie der Information und Desinformation. Im Zentrum des unteren Bildes: Der Nullpunkt des von Dominik Kuropka verwendeten Koordinatensystems, repräsentiert durch einen grauen Kubus, der es dem Besucher ermöglicht, die rationale Idealperspektive einzunehmen.

Horde im Brandenburgischen Kunstverein Potsdam

Horde - Projektentwicklung

April 3rd, 2006

Robotervehikel erzeugen ein akustisches Rauschen auf der Basis von Artikeln aus Wikipedia zu Information, Desinformation und Datamining.

Der Künstler erzeugt ein Problem, der Wissenschaftler löst es.

Dokumentation zur Kooperation mit Dr. Dominik Kuropka im Projekt Horde.
Modell Information-Retrieval
Quelle: Dominik Kuropka

Informationrertrieval von D. Kuropka

  • Vectorspacer

    Textgrundlage (Auszug)
    original Text :
    Wie der Vorgang der Modellierung der Informationsbedarfe als Interaktion mit dem System abläuft z.B. Bank - Geldinstitut, Sitzgelegenheit und Synonyme Bank und Geldinstitut

    Textmodifikation mittels Markov-Chain:
    Zum Beispiel gibt es Systeme, die Bewertungen zu vergleichen und Synonyme Bank und Synonyme Bank und formal wie es z.B. Die Anfrage unter Verwendung der Repräsentation von Dokumenten in irgendeiner Form mitgeteilter Dokumentenbewertungen, automatisiert reformulieren.

    Entwicklung des Vectorspacers von D. Kuropka.

    Vectorspacer D. Kuropka

  • Visualisierung

    Im Ausstellungsraum wird ein virtuelles Koordinatensystem abgebildet.

     
    Von: Dominik Kuropka
    An: KH Jeron
    Betreff: Re: Screenshot: Vectorspacer
    Datum: Sun, 19 Mar 2006 17:46:51 +0100
     
    Hallo Herr Jeron,Ich habe das Programm in der Zwischenzeit erweitert, so dass es auch eine 3D Ansicht des Raumes mit den aufgehängten Dokumenten zeigt. Der zweite Screenshot (opengl3d.png) zeigt dieselbe Konstellation wie der erste, aber als 3D Grafik. Wenn Sie mir die exakten Maße des Raumes, die
    Position und Größe der Stützssäulen sowie die Position und Größe des Podestes für die Vehikel nennen, dann kann ich diese auch einbauen. Der Nullpunkt des Koordinatensystems ist hier im übrigen in der vorderen, rechten, unteren Ecke.

    Mit nur fünf Dokumenten sieht der Raum natürlich noch etwas leer aus, das wird sich sicherlich mit mehr Dokumenten verbessern. Wir müssen aber natürlich darauf achten, dass die Leute sich noch durch den Raum bewegen können.

    Gruß,
    Dominik Kuropka

    Visualisierung

  • Besprechung im Brandenburgischen Kunstverein

    vor einem Modell des Ausstellungsraumes zur Positionierung der Dokumente.

    kh und d

  • Modell des Ausstellungsraumes

    Modell

  • Vehikel

    Die Vehikel bestehen aus Mikrocontroller, Elektromotoren,
    Lautsprecher und Audioempfänger.
    Die durch eine Markov-Chain erzeugten Texte werden mit Text2Speech-Software in Audiodateien konvertiert und an die Vehikel gefunkt.
    Audiobeispiel

    motoren

Horde - Motivation

April 3rd, 2006

Das Modellieren ist eine für das Fach Informatik typische Arbeitsmethode, die in allen Gebieten des Faches angewandt wird. Aufgaben, Probleme oder Strukturen werden untersucht und als Ganzes oder in Teilaspekten beschrieben, bevor sie durch den Entwurf von Software, Algorithmen, Daten und/oder Hardware gelöst bzw. implementiert werden. An der Modellierung eines Problems zeigt sich, ob und wie es verstanden wurde. Damit ist die Modellierung Voraussetzung und Maßstab für die Lösung und liefert meist auch den Schlüssel für einen systematischen Entwurf.

Modell und Imagination

Als Ausdrucksmittel für die Modellierung steht ein breites Spektrum von Kalkülen und Notationen zur Verfügung. Sie sind spezifisch für unterschiedliche Arten von Problemen und Aufgaben. Deshalb werden in den verschiedenen Gebieten der Informatik unterschiedliche Modellierungsmethoden eingesetzt. In den entwurfsorientierten Gebieten (Software-Technik, Hardware-Entwurf) ist die Bedeutung der Modellierung und die Vielfalt der Methoden natürlich besonders stark ausgeprägt.

Seit dem Jahr 2000 entspricht die Anzahl der Computer der Größe der Weltbevölkerung. Jede Information ist erreichbar oder austauschbar, die meisten Menschen unseres Erdteils haben Zugriff auf einen Überfluss an Information. Die Informationen haben begonnen zu explodieren, ihre Masse steigt ins Unendliche.

Der Moment vor dem Überlauf

In meinem Projekt soll der gewaltige Output der Maschinen künstlerisch erfahrbar gemacht werden. Ich will den Moment kurz vor dem Kollaps beschreiben. Es geht um den Augenblick kurz vor dem Information Overflow.
Dabei werden auf der Grundlage von drei Texten zu Information, Desinformation und Informationsbeschaffung mittels Markov-Text-Generator neue Textdokumente erzeugt (http://www.aiplayground.org/artikel/markov/). Der Text-Output wird nun mittels Software (text2speech) in Sprache gewandelt und per Funk an eine stattliche Anzahl kleiner, sprachfähiger Roboter gesendet. Ziellos und unbeholfen bewegen sich diese über eine polierte Plattform und rezitieren ohne Pause die empfangenen Texte.

Der Kampf gegen den Kollaps

Die Antwort der Informatiker auf den Überfluss heißt Datamining. Darunter versteht man das systematische (in der Regel automatisierte oder halbautomatische) Entdecken und Extrahieren unbekannter Informationen aus großen Mengen von Daten.
Am Beispiel von TopicMaps, einer relativ neuen und sehr aktuellen Technologie im XML-Umfeld kann anschaulich gemacht werden, wie moderne Wissensorganisation sich der Herausforderung stellt, Wissensbestände und -strukturen inhaltlich zu erschließen. Gerade an Topic Maps kann gezeigt werden, wie Grundlagen der Wissensorganisation eng zusammenspielen mit der Anwendung von Wissensmanagement und von Verfahren der Wissensrepräsentation und des Wissens- Engineering mit Ontologien aus der Künstlichen Intelligenz.

Die Zusammenarbeit von Künstler und Wissenschaftler formuliert nicht nur einen interessanter Kommentar zum Zustand der Kunst und ihren Zugriffsmöglichkeiten auf Wissenschaft und Technik. Sie macht auch auf den Kern des Problems deutlich. Denn wie weit kann Kunst gehen, wenn sie sich mit Wissenschaft beschäftigt? Wie weit soll sie wirklich verstehen, was die Wissenschaftler bewegt? Wie eigenständig wird sie sein, wenn sie das wissenschaftliche Problem, mit dem sie sich befasst, nicht nur popularisiert?

Das Projekt ist die Konkurrenz zweier Sprachen bei der Vermittlung von Komplexität. Die eine Sprache ist die Wissenschaft. Die andere ist die Sprache der Kunst, die Wissenschaft verstehen muss, aber nicht Wissenschaft werden will.

Public White Cube

September 21st, 2001

Adib Fricke
Opening:
SWOKS
September 29th, 2001 – October 27th, 2001
Opening reception: Friday, September 28th, 2001, 7 pm
Preview: November 3rd, 2001 – December 1st, 2001

Peter Friedl
Opening reception: Friday, November 2nd, 2001

Countdown.
On September 28, an unusual series of auctions will begin with the opening of the exhibition »SWOKS« by Adib Fricke in the 1st Public White Cube. What’s up for bid here aren’t the customary art objects, but rather the right to alter them. The public can bid on the right to irreversibly change the exhibited art – according to its own taste and its own ideas. Certain rules prevent the removal of walls or the endangerment of the public. Apart from this, however, absolutely no limitation is being imposed. The viewer can demand and realize whatever he or she desires. The only precondition is that the viewer overbid the competition and pay for his or her manipulation. It’s not the taste of the organizers that will decide the form of the art, but rather the way the auctioning business proceeds.
Up to six internet auctions per exhibition.
The sequence of changes is planned as an ongoing process. Up to six auctions will take place during each of the four week-long exhibitions. Three artists have consented to take part in the process, during which the
exhibited work could change extensively. Thus, up to 18 auctions will be taking place, a number, however,
which is contingent on the existing demand and will remain mutable. The internet will serve as the auction
location; in using the auction platform Ebay®, an extremely successful auction marketplace will be made
available for anyone to use free of risk. This process not only allows us to keep the starting bid of the auctions low – the minimum bid for each change is a mere DEM 20.00 (10.23 EUR) – but also to conduct the auctions publicly. Any computer with access to the internet can provide a look at our documentation website http://wwwprojektraum.org and enable a participation in the auctions. A simple registration procedure and the placement of a bid on the Ebay® site suffice.
Interaction in real space.
While the auctions are taking place in the internet (visitors without access to the internet can also place their bids during opening times and by appointment in the Project Room in Auguststrasse 35), the interventions purchased by the public in the auctions will be taking place in the gallery, which will continue to change at every stage, thus becoming a counter-image to the interaction on the screen: the interaction carries consequences.
What if exhibited art would be dealt with interactively in a real sense, we asked ourselves – and when would an »interactive« installation have consequences?
Adib Fricke’s space.
The Berlin artist Adib Fricke will open the exhibition series by presenting a word piece in the form of a room
installation. Fricke, who often works in the public arena and has realized numerous new word creations
(protonyms) there over the past few years, regularly contrasts appearance with meaning, public intervention with a minimum offer of signs, artistic autonomy with professional marketing in his work. Fricke’s »The Word Company« appears in the internet as a middle-class wholesale supplier. What’s being supplied here, however, are not objects of trade, but words that have been professionally visualized, referring to nothing but themselves. Thus, art is not only being questioned using the mechanisms of trademark production; in an ironic way, it documents its role in the public sphere – an ideal beginning situation for the 1st Public White Cube.
Here, Adib Fricke will be presenting the protonym »SWOKS,« installed from wall to wall in front of a minimal
amount of furniture.
Public confession.
The public will have the choice as to how it wishes to deal with this offer. Will it carefully take up the concept or articulate itself through destruction? Will it seek cooperation or conflict? The 1st Public White Cube is taking every risk, even that of standstill and banality. The market decides elsewhere in the art system, as well; here, though, the consumer has a more direct influence on the art objects. He or she has the right to deform them.

Thus, the 1st Public White Cube is concerned with reacting to a development during the course of which the larger museum exhibitions have become increasingly public-oriented. As dependent on viewer quotas as the entertainment media, they have often melted difficult or uncomfortable art into colorful collages, and the artistic concept has often disappeared behind them. One could ask parodically: does the public deform in a different way than the curators do? And does the copyright remain despite the manipulation? The 1st Public White Cube is an experiment with an uncertain result. It is also a plea to take a risk – and a chance for collectors: in the last auction, shortly before the exhibition closes, Fricke’s space will be up for sale complete with all the manipulations that have been carried out – for an increased minimum bid.

Without Addresses at Documenta X

June 22nd, 1997

Curator Simon Lamuniere commissioned artist-programmers Joachim Blank and Karl Heinz Jeron to develop one of three projects for the Internet component of Documenta. Under the heading ‘Surfaces & Territories’ is ‘without addresses,’ an online project of a blue street map of a nonexistent city that has no buildings, street names or any other points of reference. Since only a rough map is provided in advance, the online project can only prove to be a productive experience if the visitor is lucky enough to be there when there is something interesting going on. ‘Without addresses’ can be reached via http:/www.documenta.de or via http:/icf.de/without_addresses.

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