Archive for the 'Horde' Category

Horde at The Netherlands Media Art Institute

November 15th, 2008

Speaking Out Loud
15-11-2008 until 17-01-2009
Opening 14 November 5:00 p.m

The Dutch version of Horde will be part of the “Speaking Out Loud” exhibition.

Netherlands Media Art Institute
Keizersgracht 264
1016 EV Amsterdam
T 020 6237101
F 020 6244423

Speaking Out Loud centers on the processes of both “thinking out loud” and “speaking out.” Thinking out loud describes the associative, dynamic and rather uncontrolled process of simultaneously thinking and speaking about a particular topic. We think out loud to make a suggestion, to put forward an idea or a thought rather than to make a claim. Speaking Out Loud advocates this free and creative process of thinking out loud through artworks that enable a playful and surprising experience of language. This happens in the form of what could be summarised as experimental language exercises or canny transformations and alternations of language.

Meanwhile the act of speaking out demonstrates resistance and the existence of alternative concepts and views. As a democratic act it constitutes a cornerstone of democratic society. In that sense, the exhibition promotes the idea of controversy, dissent and debate as a relevant society shaping strategy. In the light of representative democracies, low voter participation and increasingly levelled concepts of life, Speaking Out Loud attempts to call for taking an active role in the debate. Moreover it explores the subversive power of spoken or written text but also unmasks the inflationary and culturally connoted use of words and phrases.

The artworks in the exhibition deal with the act of speaking, reading and writing. They particularly reflect on and emphasise the performative qualities of language and thus reveal the strong and inseparable connection between words’ meaning and their performance / performer. Renowned novelist Paul Auster captured the act of speaking as “When words come out, fly into the air, live for a moment, and die. Strange, is it not?” It is this fluidity and dynamics of language and its meaning that the exhibition centers on, observes and reflects.

In this fluid state, words fly and dance, thus enabling a mental dialogue between the artwork and its viewer/listener, and opening up to continuous interpretation. The exhibition mainly presents works of Dutch and English language. Thereby it also reflects on a world in which vast distances are bridged with relative facility but where language remains a system of cultural “multivalence”.

List of works:

Insults and Praises by Tim Etchells (UK) and Vlatka Horvat (CRO)
A New and Exciting Experience by Mukul Patel (UK) and Manu Luksch (AT)
Good and Evil by Charles Sandison (UK)
Interpreters by Christoph Keller (DE)
Time Based Text by Jaromil (IT) and Jodi (NL)
Gate peepin’ and Misspelling Generator by Linda Hilfling (DEN)
Horde by KH Jeron (DE)
A Speech Organ by Tudor Bratu (RO) and Istvan Ist Huzjan (SLO)
Text and Semiotic Collider by Michael Hopfel (DE)
Gelsomina by Trikoton (DE)
Explicit Content Only by Evan Roth (US)

Intervention at the opening by Omer Krieger (IL) and performance at the opening by Bas Boettcher (DE).

Curator: Susanne Jaschko

Kindly supported by the Goethe Institute Amsterdam, BeamSystems and Jacot Audiovisueel

Horde - Beschreibung

April 30th, 2006

Horde ist eine Installation, die ebensosehr glanzvolles skulpturales Objekt wie technisches Netzwerk ist. Etwa einhundert knapp handtellergroße Apparaturen bewegen sich vibrierend auf einer weiß schimmernden Plattform und senden ein vielstimmiges Konzert sprachlicher Botschaften in den Raum. Was anfangs als Stimmgewirr erscheint, erweist sich bald als Chor enzyklopädischer Fragmente, die verschiedenen Fachtexten zu den Themen Information, Desinformation und Informationsgewinnung entnommen sind.

Jeron entwickelt im Kunstverein ein symbolisches Welttheater der Informationsüberflutung, in dem die technischen Werkzeuge die Bühne beherrschen. Die Wissensgesellschaft ist hier ein Insektenstaat vernetzter Akteure; ein absurder Chor, der den Überfl uss besingt. Was der Künstler hier als Bild verdichtet, ist für Dominik Kuropka, Jerons wissenschaftlichen Partner, Anlass für die Suche nach Lösungsansätzen. Der Wirtschaftsinformatiker, der über Informationsgewinnung und -filterung forscht, überträgt im Luisenforum an der Brandenburger Straße sein angestammtes Instrumentarium auf Jerons verführerische Informationskomödie. Unter Kuropkas Händen entsteht parallel zum Kunstwerk eine alternative Installation. In ihr werden die Wände des Ausstellungsraums zu den Achsen eines Koordinatensystems, in dem sich Jerons Texte rational beurteilen und anordnen lassen. Das künstlerische Rohmaterial erscheint nun nach einheitlichen Kriterien gewichtet als Schar von Dokumenten im Ausstellungsraum. Kuropka destilliert eben jenen Gehalt aus der Kunst, der sich informatisch erfassen lässt und führt dem Publikum ein Exempel wissenschaftlicher Anschaulichkeit und Lösungsorientiertheit vor Augen. Die Ausstellungsbesucher erhalten während der Art + Science -Reihe so die Möglichkeit, abwechselnd die künstlerische und die wissenschaftliche Perspektive einzunehmen und so nicht nur zu erfahren, wie Kunst und Wissenschaft in einen Dialog eintreten können, sondern die Kunst mit Hilfe der Wissenschaft und die Wissenschaft mit Hilfe der Kunst zu entschlüsseln. Statt künstlerischer Science Fiction entsteht so eine Konkurrenz der Perspektiven, anhand derer sich die Frage untersuchen lässt, wie Kunst sich der komplexen und hochspezialisierten Wissenschaft annähern und wie Wissenschaft von den radikal-eigensinnigen künstlerischen Denkweisen profi tieren kann: Zunächst durch den Vergleich der jeweiligen Eigenheiten beider Disziplinen.

Künstler und Wissenschaftler interpretieren ihre Kollaboration als Konkurrenz der Weltbilder. Wo der Wissenschaftler mit seiner angestammten Technologie und selbst entwickelten Software-Tools die Informationen zu ordnen versucht, verschärft der Künstler das Chaos. Karl Heinz Jerons Sound-Vehikel tragen zum Rauschen der Information bei, statt es zu mildern. Sie verdichten den Informationsüberfluss, den Dominik Kuropka in seiner Arbeit täglich bekämpft, zum fassbaren räumlichen Bild. Was also geschieht? Demystifi ziert der Forscher den Künstler, indem er dessen Arbeit für eine rationale Parallellektüre aufbereitet? Oder zeigt die Kunst, dass Wissenschaft vieles kann, es aber nicht vermag, eine bildhafte Interpretation des Ganzen abzugeben? Kann die Wissenschaft das Problem lösen, während wir aber ohne Kunst das Problem gar nicht erkennen?

Die Vehikel bewegen sich in Familiengruppen nach einem für die Betrachter nicht nachvollziehbaren, spontan erscheinenden Rhythmus. Der Klang bildet eine an- und abschwellende von unten nach oben aufsteigende Kakophonie der Information und Desinformation. Im Zentrum des unteren Bildes: Der Nullpunkt des von Dominik Kuropka verwendeten Koordinatensystems, repräsentiert durch einen grauen Kubus, der es dem Besucher ermöglicht, die rationale Idealperspektive einzunehmen.

Horde im Brandenburgischen Kunstverein Potsdam

Horde - Projektentwicklung

April 3rd, 2006

Robotervehikel erzeugen ein akustisches Rauschen auf der Basis von Artikeln aus Wikipedia zu Information, Desinformation und Datamining.

Der Künstler erzeugt ein Problem, der Wissenschaftler löst es.

Dokumentation zur Kooperation mit Dr. Dominik Kuropka im Projekt Horde.
Modell Information-Retrieval
Quelle: Dominik Kuropka

Informationrertrieval von D. Kuropka

  • Vectorspacer

    Textgrundlage (Auszug)
    original Text :
    Wie der Vorgang der Modellierung der Informationsbedarfe als Interaktion mit dem System abläuft z.B. Bank - Geldinstitut, Sitzgelegenheit und Synonyme Bank und Geldinstitut

    Textmodifikation mittels Markov-Chain:
    Zum Beispiel gibt es Systeme, die Bewertungen zu vergleichen und Synonyme Bank und Synonyme Bank und formal wie es z.B. Die Anfrage unter Verwendung der Repräsentation von Dokumenten in irgendeiner Form mitgeteilter Dokumentenbewertungen, automatisiert reformulieren.

    Entwicklung des Vectorspacers von D. Kuropka.

    Vectorspacer D. Kuropka

  • Visualisierung

    Im Ausstellungsraum wird ein virtuelles Koordinatensystem abgebildet.

     
    Von: Dominik Kuropka
    An: KH Jeron
    Betreff: Re: Screenshot: Vectorspacer
    Datum: Sun, 19 Mar 2006 17:46:51 +0100
     
    Hallo Herr Jeron,Ich habe das Programm in der Zwischenzeit erweitert, so dass es auch eine 3D Ansicht des Raumes mit den aufgehängten Dokumenten zeigt. Der zweite Screenshot (opengl3d.png) zeigt dieselbe Konstellation wie der erste, aber als 3D Grafik. Wenn Sie mir die exakten Maße des Raumes, die
    Position und Größe der Stützssäulen sowie die Position und Größe des Podestes für die Vehikel nennen, dann kann ich diese auch einbauen. Der Nullpunkt des Koordinatensystems ist hier im übrigen in der vorderen, rechten, unteren Ecke.

    Mit nur fünf Dokumenten sieht der Raum natürlich noch etwas leer aus, das wird sich sicherlich mit mehr Dokumenten verbessern. Wir müssen aber natürlich darauf achten, dass die Leute sich noch durch den Raum bewegen können.

    Gruß,
    Dominik Kuropka

    Visualisierung

  • Besprechung im Brandenburgischen Kunstverein

    vor einem Modell des Ausstellungsraumes zur Positionierung der Dokumente.

    kh und d

  • Modell des Ausstellungsraumes

    Modell

  • Vehikel

    Die Vehikel bestehen aus Mikrocontroller, Elektromotoren,
    Lautsprecher und Audioempfänger.
    Die durch eine Markov-Chain erzeugten Texte werden mit Text2Speech-Software in Audiodateien konvertiert und an die Vehikel gefunkt.
    Audiobeispiel

    motoren

Horde - Motivation

April 3rd, 2006

Das Modellieren ist eine für das Fach Informatik typische Arbeitsmethode, die in allen Gebieten des Faches angewandt wird. Aufgaben, Probleme oder Strukturen werden untersucht und als Ganzes oder in Teilaspekten beschrieben, bevor sie durch den Entwurf von Software, Algorithmen, Daten und/oder Hardware gelöst bzw. implementiert werden. An der Modellierung eines Problems zeigt sich, ob und wie es verstanden wurde. Damit ist die Modellierung Voraussetzung und Maßstab für die Lösung und liefert meist auch den Schlüssel für einen systematischen Entwurf.

Modell und Imagination

Als Ausdrucksmittel für die Modellierung steht ein breites Spektrum von Kalkülen und Notationen zur Verfügung. Sie sind spezifisch für unterschiedliche Arten von Problemen und Aufgaben. Deshalb werden in den verschiedenen Gebieten der Informatik unterschiedliche Modellierungsmethoden eingesetzt. In den entwurfsorientierten Gebieten (Software-Technik, Hardware-Entwurf) ist die Bedeutung der Modellierung und die Vielfalt der Methoden natürlich besonders stark ausgeprägt.

Seit dem Jahr 2000 entspricht die Anzahl der Computer der Größe der Weltbevölkerung. Jede Information ist erreichbar oder austauschbar, die meisten Menschen unseres Erdteils haben Zugriff auf einen Überfluss an Information. Die Informationen haben begonnen zu explodieren, ihre Masse steigt ins Unendliche.

Der Moment vor dem Überlauf

In meinem Projekt soll der gewaltige Output der Maschinen künstlerisch erfahrbar gemacht werden. Ich will den Moment kurz vor dem Kollaps beschreiben. Es geht um den Augenblick kurz vor dem Information Overflow.
Dabei werden auf der Grundlage von drei Texten zu Information, Desinformation und Informationsbeschaffung mittels Markov-Text-Generator neue Textdokumente erzeugt (http://www.aiplayground.org/artikel/markov/). Der Text-Output wird nun mittels Software (text2speech) in Sprache gewandelt und per Funk an eine stattliche Anzahl kleiner, sprachfähiger Roboter gesendet. Ziellos und unbeholfen bewegen sich diese über eine polierte Plattform und rezitieren ohne Pause die empfangenen Texte.

Der Kampf gegen den Kollaps

Die Antwort der Informatiker auf den Überfluss heißt Datamining. Darunter versteht man das systematische (in der Regel automatisierte oder halbautomatische) Entdecken und Extrahieren unbekannter Informationen aus großen Mengen von Daten.
Am Beispiel von TopicMaps, einer relativ neuen und sehr aktuellen Technologie im XML-Umfeld kann anschaulich gemacht werden, wie moderne Wissensorganisation sich der Herausforderung stellt, Wissensbestände und -strukturen inhaltlich zu erschließen. Gerade an Topic Maps kann gezeigt werden, wie Grundlagen der Wissensorganisation eng zusammenspielen mit der Anwendung von Wissensmanagement und von Verfahren der Wissensrepräsentation und des Wissens- Engineering mit Ontologien aus der Künstlichen Intelligenz.

Die Zusammenarbeit von Künstler und Wissenschaftler formuliert nicht nur einen interessanter Kommentar zum Zustand der Kunst und ihren Zugriffsmöglichkeiten auf Wissenschaft und Technik. Sie macht auch auf den Kern des Problems deutlich. Denn wie weit kann Kunst gehen, wenn sie sich mit Wissenschaft beschäftigt? Wie weit soll sie wirklich verstehen, was die Wissenschaftler bewegt? Wie eigenständig wird sie sein, wenn sie das wissenschaftliche Problem, mit dem sie sich befasst, nicht nur popularisiert?

Das Projekt ist die Konkurrenz zweier Sprachen bei der Vermittlung von Komplexität. Die eine Sprache ist die Wissenschaft. Die andere ist die Sprache der Kunst, die Wissenschaft verstehen muss, aber nicht Wissenschaft werden will.